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Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G)

Aktuelle Nachrichten vom Standort
07.02.10Atommüll-Transporte: Glaskokillen nicht stabil
07.02.10BI Lüchow-Danneberg: Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke - Fell des Bären wird schon verteilt, Stromkunden gehen leer aus
07.02.10Gorleben: Neuer Behälter für den ganz fiesen Müll
06.02.10Röttgen: Keine schnelle Entscheidung über Gorleben
05.02.10Niedersachsens Oppositionsparteien: CDU und FDP wollen Gorleben ausblenden
05.02.10Glaskokillen können bersten - BI Umweltschutz fordert den Stopp der geplanten Transporte nach Gorleben
05.02.10BI Umweltschutz: ´Röttgen rudert zurück” - Ausbaupläne in Gorleben werden plump kaschiert
04.02.10Gorleben taugt nicht
04.02.10Gorleben: sorgfältiger Auswahlprozess eine Geschichtsfälschung
03.02.10Gorleben: Regierung Albrecht ignorierte Warnungen vor Atommülllager
03.02.10Landesregierung hatte angeblich früh Zweifel an Gorleben
03.02.10Endlagerdebatte: SPD will Steuer für Atomkraft
02.02.10Gorleben: Anti-Atom-Treck aus Gorleben zum AKW Krümmel geplant
02.02.10Neue Aktenfunde in Sachen Gorleben - BI Umweltschutz: ´Gorleben wurde durchgezockt: Das Jahr 1981 - ein Missing Link”
01.02.10Gorleben-Untersuchungsausschuss: Die Durchzocker
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Informationen zum Standort
Anti-Atomgruppen am Standort:
Insgesamt verfügt das Transportbehälterlager über maximal 420 Stellplätze auf einer Nutzfläche von rund 5.700 m2.

Bei dem Zwischenlager handelt es sich um eine oberirdische Hallenkonstruktion. Eigentümer der Anlage ist die Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG), ein Tochterunternehmen der GNS, die sich im Besitz der Energieversorgungsunternehmen befindet.

Sowohl die bestrahlten Brennelemente als auch die HAW-Glaskokillen werden trocken in gasgefüllten Behältern aufbewahrt. Die Wärmeabfuhr aus der Lagerhalle erfolgt mittels Belüftungsöffnungen im unteren Teil der Wände und Entlüftungsöffnungen im Dachbereich. Die Außenwände sind zum unteren Bereich hin von 20 cm Dicke auf 50 cm verstärkt, um eine erhöhte Strahlenabschirmung zu erreichen. Eine Filterung der Abluft ist nicht vorgesehen. Eine Be- oder Entladung bzw. eine Be- oder Verarbeitung der Brennelemente oder der HAW-Glaskokillen soll in Gorleben nicht stattfinden. Im Innern der Lagerhalle werden die einzelnen Lagerbehälter einfach auf vorbestimmte Plätze gestellt.

Einlagerungsgenehmigung

Im TBL Gorleben dürfen maximal 3.800 Tonnen Kernbrennstoff in Form bestrahlter Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren sowie HAW-Glaskokillen (verglaste hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente) in Behältern auf 420 Stellplätzen stehend aufbewahrt werden. Diese Festlegung wurde durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einer umfassenden Neugenehmigung im Juni 1995 getroffen.

Seitdem wurden weitere Änderungsanträge zum TBL Gorleben bearbeitet: Für die weitere Rückführung der HAW-Glaskokillen von der COGEMA in Behältern der Bauart CASTOR HAW 20/28 CG sind Änderungen wie z.B. die Verbesserung der Neutronenabschirmung durch die Vergrößerung der Moderatormasse in der Wandung der Behälter der Bauart CASTOR HAW 20/28 nötig gewesen. Am 18.01.2002 hat das BfS zuletzt die 2. Änderungsgenehmigung für das TBL Gorleben erteilt. Dies erlaubte die Beladung und die Einlagerung von 12 Behältern CASTOR HAW 20/28 im November 2002.

Geschichte des TBL-G

Um den ersten Transport von hochradioaktiven Atommüll in das Zwischenlager Gorleben wurde seit mehr als zehn gerungen. Die Betonhalle war seit 1983 betriebsbereit, stand aber leer. Mehrere Einlagerungsversuche sind u.a. wegen erheblichen Protesten der Bevölkerung gescheitert.

Elfeinhalb Jahre konnte so die Einlagerung von hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen verhindert werden. Am 25. April 1995 wurde der erste Castor von 16.000 Polizisten gegen den Widerstand weiter Bevölkerungskreise nach Gorleben transportiert.

Seit Ende Mai 1995 darf auch hochaktiver, verglaster Müll aus der Wiederaufarbeitung (in Form von Kokillen) eingelagert werden. In diesem Zuge wurde die Kapazität von 1.500 t Müll auf 3.800 t bei gkeicher Grundfläche erhöht.

Ein erster Kokillentransport folgte am 8. Mai 1996. Diesmal traten 18.000 Beamte an, um den Transport durchzusetzen.

Vorläufiger Höhepunkt war die Anlieferung eines "Sixpack" (sechs Behälter zu einem Transportvorgang gebündelt) Anfang März 1997. Die Kosten für den Polizeieinsatz - 30.000 Beamte waren unterwegs - summierten sich auf 111 Mio. DM.

Pläne, weitere CASTOR-Behälter über den Bahnhof Arendsee in Sachsen-Anhalt anzuliefern scheiterten am anhaltenden Widerstand der Bevölkerung - dieser Umweg musste gewählt werden, weil eine Bahnbrücke bei Seere / Hitzacker sich für die tonnenschwere Last der Behälter als nicht mehr tragfähig erwies.

Nachdem aufgrund des Transportestopps 1998 (Kontamination der Oberfläche von Castor-Behältern für den Transport von Brennelementen in die Wiederaufarbeitungsanlagen) keine Behälter mehr angeliefert wurden, erreichten im März 2001 erneut Transporte das Wendland - jetzt übernahm Rotgrün das Kommando für 6 Castoren mit Glaskokillen.

Im November 2001 folgte im Schatten des 11. September ein weiterer Transport. Die Kosten für die Bewachung sind immer noch ein Ärgernis, so dass seit November 2002 immer 12 Behälter angeliefert werden.

Stärkere Bündelung der Transporte

Wegen der hohen Belastung der Polizeikräfte und den hohen Kosten wurde in politischen Reihen über eine noch stärkere Bündelung der Transporte auf bis zu 18 Behälter diskutiert. Dieses Vorhaben lässt sich aber wegen unlösbarer technischer Schwierigkeiten wie dem Gesamtgewicht des Zuges nicht realisieren.

Übersicht Einlagerungen

In das TBL sind bestrahlte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle (Glaskokillen) aus der Wiederaufarbeitungsanlagae La Hague eingelagert:



Behälter-Typ
Anzahl
Herkunft
Einlagerungszeitpunkt
CASTOR IIa
1
AKW Phillipsburg
04/1995
CASTOR TS28V
1
WAA La Hague
05/1996
CASTOR Ic
1
AKW Gundremmingen
03/1997
CASTOR V/19
3
AKW Neckarwestheim
03/1997
CASTOR HAW 20/28 CG
3
WAA La Hague
03/1997
CASTOR HAW 20/28 CG
6
WAA La Hague
03/2001
CASTOR HAW 20/28 CG
6
WAA La Hague
11/2001
CASTOR HAW 20/28 CG
12
WAA La Hague
11/2002
CASTOR HAW 20/28 CG
12
WAA La Hague
11/2003
CASTOR HAW 20/28 CG
12
WAA La Hague
11/2004
CASTOR HAW 20/28 CG
12
WAA La Hague
11/2005
CASTOR HAW 20/28 CG
12
WAA La Hague
11/2006
CASTOR TG 85
11
WAA La Hague
11/2008
SUMME
92


Einlagerung 2007

2007 wird aufgrund neuartiger Behältertypen, die wegen eines neuen Verfahrens, welches höhere Strahlung in die Kokillen einbringt, genutzt werden müssen, aber für die noch keine ausreichenden Sicherheitsnachweise vorliegen, keine Einlagerung stattfinden.


23.05.2007: BfS erteilt 3. Änderungsgenehmigung für das Transportbehälterlager

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 23.05.2007 die 3. Änderungsgenehmigung für das Transportbehälterlager in Gorleben erteilt. Die Genehmigung erlaubt im Zwischenlager Gorleben zukünftig die Nutzung der neuen Behälterbauart TN85 für die Aufbewahrung von hochaktiven Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung.

Der neue französische Transport- und Lagerbehälter TN85 ist für eine maximale Wärmeleistung von 56 kW bei Beladung mit 28 HAW-Glaskokillen genehmigt. Die Prüfungen des BfS hätten ergeben, dass bei der jetzt genehmigten Behälterbauart durch ange­passte Abschirmung und verändertes Design auch bei höherem Inventar dieselben Werte für die mittlere Oberflächendosisleistung wie bei den bisher eingesetzten deutschen Castorbehältern eingehalten werden und die erhöhte Wärmeleistung sicher abgeführt werden kann.

Die Genehmigung der neuen Behälterbauart TN85 führe überdies zu keiner Erhöhung des bereits genehmigten Gesamtinventars an Kernbrennstoffen sowie der Gesamtwär­meleistung des Transportbehälterlagers in Gorleben.


2007: Flugzeugabsturz auf das TBL untersucht

Im Genehmigungsverfahren für den Behälter TN85 im Mai 2007 wurden laut Bundesamt für Strahlenschutz auch die Auswirkungen eines gezielt herbeigeführten Flugzeugangriffs mit einer großen Passagiermaschine auf das Transportbehälterlager Gorleben untersucht.

Einlagerung 2008

Im November 2008 wurden erstmals neue Behätertypen TN 85 französischer Bauart eingesetzt. Andere Verfahren in der Wiederaufarbeitung, die höhere Strahlung des Mülls bedeuten, machten neue Behälter notwendig. Während des Transports wurden von Greenpeace die 500fache Überschreitung des Grenzwertes von Neutronenstrahlung gemessen. Das veranlasste die Verantwortlichen, dem Begleitpersonal die Direktive auszusprechen, nicht näher als 6 Meter an die Behälter heran zu dürfen. Wegen Blockaden wurde der Castortransport der zeitlich gesehen längeste in der Geschichte der Einlagerungen in das Behälterlager Gorleben.

2009: Kein Transport

Wegen fehlender Behältertests wird 2009 kein Transport aus La Hague nach Gorleben stattfinden.

2010 und 2011 - mit Ausnahme 2009 - werden jährlich jeweils ein Castortransport mit 11 Behältern aus der französischen WAA La Hague in das TBL erwartet. Anschließend folgen mehrere Transporte aus der britischen WAA Sellafield.


weitere Informationen:
[ Rücktransporte aus der Wiederaufarbeitung ]
[ Rücktransporte aus La Hague ]
[ Rücktransporte aus Sellafield ]
[ Einlagerungen in das TBL ]
[ Kritik an Castortransporten ]


Quellen:
gns.de
castor.de
bfs.de

weitere Anlagen am Standort verfügbar:


Aktuelle Standortergänzungen:
03.02.2010
Gorleben: Regierung Albrecht ignorierte Warnungen vor Atommülllager
Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hat 1981 einem Medienbericht zufolge Hinweise aus dem eigenen Kabinett ignoriert, wonach der Salzstock in Gorleben nicht für die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen geeignet sei.
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07.10.2009
Hintergrund: Gorleben - Der Fisch stinkt vom Kopf her
Die Gorleben-Story ist längst Geschichte und doch wieder nicht. Die Bauarbeiten im sogenannten ´Erkundungsbergwerk” ruhen seit Oktober 2000. Das Moratorium war Teil des sogenannten ´Atomkompromisses”, der im Juni 2000 zwischen Rot-Grün und der Energiewirtschaft ausgehandelt wurde. Mindestens 3, höchstens 10 Jahre sollten die Bauarbeiten unter Tage eingestellt werden, um grundsätzliche forschungspolitische Fragen zu klären.
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09.09.2009
Atomendlager Gorleben: Kohls Minister schönten Gutachten
Die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Helmut Kohl hat im Jahr 1983 Forscher massiv beeinflusst, die Risiken des Atom-Lagers Gorleben zu vertuschen. Neue Dokumente belegen, dass entscheidende Passagen in Gutachten umgeschrieben wurden.
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27.05.2009
Atom-Endlager - Schwarzbau Gorleben? Forschungsbergwerk seit 80er Jahre illegal
Der Salzstock in Gorleben ist offenbar bereits seit Mitte der 80er Jahre illegal zu einem Atom-Endlager ausgebaut worden. Dies geht aus einer internen Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter hervor, die der FR vorliegt.
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23.05.2009
Gorleben: Kosten für Castortransporte betragen bisher 290,5 Millionen Euro
Was kosten die Castor-Transporte nach Gorleben? - Mit dieser Frage hat sich vor kurzem auch der Niedersächsische Landtag beschäftigt. Auslöser war eine Kleine Anfrage der Partei DIE LINKE am 06.03.09 (Drs. 16/1167). Am 17.04.09 ist auf diese Kleine Anfrage vom Innenministerium Hannover (´Ministerium für Inneres, Sport und Integration´) geantwortet worden.
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04.11.2008
Das Atommüll-Zwischenlager Gorleben
Das Atommüll-Zwischenlager im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist eine von drei zentralen Anlagen dieser Art in Deutschland. Etwa zwei Kilometer südlich der Stadt Gorleben wird der deutsche Atomabfall aus den Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague sowie im britischen Sellafield eingelagert.
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Letzte Störfälle:
2009-11-02 - Gorleben: Zwei Pannen in 24 Stunden
Gleich zweimal binnen nur 24 Stunden hat es am Wochenende einen Defekt im Überwachungssystem des atomaren Zwischenlagers Gorleben für hoch radioaktiven Müll gegeben.
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2009-11-01 - Gorleben: Störfall im Zwischenlager
Das niedersächsische Umweltministerium meldete heute einen Störfall im Zwischenlager Gorleben. Demnach kam es am Samstag Abend zu einem ´elektrischen Defekt im Verbindungskabel zwischen einem Behälter und dem Behälter-Überwachungssystem´. Der Störfall wurde in die Kategorie Null eingeordnet.
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